Lars Teichmann

©AnnetteApel
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Man kann eine Landschaft, ein Portrait, ein Stilleben oder das Bildsujet eines längst verstorbenen Künstlers malen. Lars Teichmann wählt gerne letzteres, geht es doch vorrangig nicht darum, was man malt, sondern wie. Zunächst stößt er eifrig alles um, verändert Farben und Strukturen radikal, behält nur den Rohbau der Komposition aufrecht, baut damit seine Bildvisionen ganz neu auf. Forsch, fast ungestüm nutzt er alle möglichen Aggregatzustände feuchter Farbe – ölig, wässrig, fest oder gesprayt – nutzt ebenso alle Farbstrukturen wie Spritzer, Läufer, Rakel, Woosh, Alles kommt zügig und energiegeladen daher in einem maximalen Kontrastprogramm in schwarz und weissen Tönen. Als Sonder-Bonus werden vielleicht noch ein, zwei Farbtöne elegant dazu addiert. So entstehen Figuren, aufrecht, liegend oder hoch zu Ross, fast romantisch. Doch die Gesichter sind gelöscht und die Gewänder wie Eislandschaf ten einer kargen Gletscherwelt, geschoben und gedrückt, oft düster und morbide ist die Stimmung, fast hoffnungslos. Eines wird klar, die Vergangenheit ist tot, doch die Ahnengeister der Erinnerungen sind noch nicht fertig mit der Geschichte. So irren sie verloren durch die Zeit und beanspruchen den Raum. Doch ist dies nur der Bildraum, die Bildzeit, denn alles ist nur Erscheinung, eine Szenerie auf dem Vorhang hier, im letzten Akt, im Welttheater. Am Ende sind all dies Illusionen, nur Farbe, Form,Struktur, Motiv. Was wir wirklich sehen ist reine Lust. Lust an Schöpfung, an Malerei und an Kunst.
Hans Hushan

larsteichmann.com
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